Kurzfassung

Juni 2004

Die große Bedeutung fluorierter Treibhausgase für die Klimaänderung und die Rolle der Kälte- und Klimatechnik

Öko-Recherche-Studie für Greenpeace Deutschland

Autor: Dr. Winfried Schwarz

Die Rolle der F-Gase an den gesamten Treibhausgas-Emissionen ist schon gegenwärtig sehr hoch, wenn der Blick nicht nur auf die chlorfreien Substanzen gerichtet wird, die vom Kioto-Protokoll geregelt werden. Werden nämlich auch die heutigen Emissionen chlorhaltiger F-Gase berücksichtigt, dann beträgt der Anteil an den Gesamtemissionen nicht nur 1,5%, sondern 4,1% bzw. 5,2%, je nach dem verwendeten Zeithorizont zur Betrachtung des Treibhauspotentials 100 oder 20 Jahre (GWP 100 oder GWP 20).

Mit Spannen von 4,5 bis 6,6% nach GWP 100 (6% bis 9% nach GWP 20) werden F-Gas-Emissionen nach ihrer realen Umwandlung in nur noch chlorfreie Substanzen im Jahr 2050 eine noch größere Rolle innerhalb der globalen Treibhausgas-Emissionen spielen. Sowohl nach GWP 100 als auch nach GWP 20 werden sie das bisher drittstärkste direkte Treibhausgas N2O (Distickstoffoxid) an Bedeutung übertreffen.

Diese Prognosen beruhen für die F-Gas-Emissionen auf für Industrie- und Entwicklungsländer unterschiedlichen jährlichen Wachstumsraten ab dem Jahre 2002. Für Industrieländer wird ein leichter Rückgang der absoluten Emissionen erwartet, für die Entwicklungsländer dagegen ein rascher Anstieg dank einer langfristigen jährlichen Wachstumsrate um 4%. Diese Annahmen sind nicht willkürlich, sondern liegen noch unter der Fortschreibung der Trends der letzten Jahre. In dem favorisierten Szenario ergeben sich 2050 weltweit F-Gas Anteile an den klimawirksamen Gesamtemissionen von 6,2% (GWP 100) bzw. 8,6% (GWP 20).

Da weltweit bis 2050 die Kälte- und Klimatechnik mit großem Abstand die wichtigste Quelle von F-Gas-Emissionen sein wird, und davon wiederum die kommerzielle Kühltechnik die meisten HFKW-Kältemittel einsetzen wird, sind Initiativen zum Ersatz durch natürliche Kältemittel und durch insgesamt das Klima weniger belastende Alternativen (TEWI-Betrachtung) bedeutungsvoll.

Eine solche Initiative wurde im Juni 2004 von Coca Cola, Unilever und McDonald im Juni 2004 in Brüssel vorgestellt und von Greenpeace unterstützt.

Schlagwörter: Fluorierte Verbindungen; F-Gas-Emissionen; Klimawandel; Industrieländer; Entwicklungslänger; HFKW; FCKW; HFCKW; FKW; SF6; CO2-Äquivalente; chlorhaltige und chlorfreie F-Gase, Kältemittel; Treibmittel; Schwefelhexafluorid (SF6); Perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (PFC);

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