Abstracts

Mai 2003

Bestimmung der Leckrate mobiler Klimaanlagen


Studie für die EU-Kommission (GD Umwelt - Matti Vainio) B4-3040/2002/337136/MAR/C1
Autoren: Dr. Winfried Schwarz (Öko-Recherche), Dr. Jochen Harnisch (Ecofys)

Die Studie verfolgt einen empirischen Ansatz, indem sie Aufzeichnungen über Kältemittelverluste bei klimatisierten Fahrzeugen auswertet, die wirklich auf der Straße gefahren sind. Die Gesamt-Emissionen von R-134a gliedern sich in drei Typen: Normale (allmählich, durch Dichtungen hindurch), irreguläre (schlagartig, bei Unfällen, Steinschlag u. dgl.) und Entsorgungs-Emissionen (wenn bei der Altautoverschrottung keine Absaugung stattfindet).

Zwischen November 2002 und Januar 2003 wurden 300 Messungen des Verlusts von HFKW-134a aus Klimaanlagen von bis zu sieben Jahren alten Pkws durchgeführt. Die Messungen fanden an Fahrzeugen aller in der EU verbreiteten Typen in Deutschland, Portugal und Schweden statt. Der Schwerpunkt der Studie lag ausschließlich auf der "regulären Leckage", die bei unbeschädigten, voll funktionstüchtigen Klimaanlagen nach und nach auftritt.

Die Hauptergebnisse der Studie sind:

1. Den Messungen zufolge ergibt sich eine EU-weite, durchschnittliche (ungewichtete) Leckrate von 52,4 Gramm pro Jahr. Dies entspricht 6,9 % pro Jahr. Nach Gewichtung der Leckraten entsprechend der Marken-Zusammensetzung der Fahrzeugflotte in der EU wurde die Leckrate auf 53,0 Gramm pro Jahr geschätzt.

2. Die Leckrate variierte erheblich zwischen den verschiedenen Fahrzeugmarken und reichte von 28,8 Gramm (oder 5,3 %) bis zu 81,9 Gramm (10,6 %) pro Jahr. Dieser Punkt sollte weiter untersucht werden.

3. Klimatische Bedingungen scheinen keinen großen Einfluss auf die Leckrate zu haben. Die Unterschiede zwischen den Leckraten in Portugal, Schweden und Deutschland waren statistisch nicht signifikant.

4. Kleinere Klimaanlagen (durchschnittliche Füllung 684 Gramm) hatten sowohl absolut (44,2 Gramm pro Jahr) als auch relativ (6,5 % pro Jahr) gesehen eine geringere Leckrate. Größere mobile Klimaanlagen (durchschnittliche Füllung 883 Gramm) wiesen einen jährlichen Verlust von 66,9 Gramm oder 7,7 % auf.

Das Hauptergebnis dieser Studie ist, dass die gewichtete, durchschnittliche "reguläre" Leckrate mobiler Klimaanlagen der "zweiten Generation" 53,0 Gramm pro Jahr beträgt. Dies muss mit anderen HFKW-134a-Emissionen während der Lebensdauer der Klimaanlage verglichen werden. Diese Emissionen sind (i) Emissionen vor Inbetriebnahme des Fahrzeugs, (ii) "irreguläre" Leckagen aufgrund von Unfällen, Steinschlag oder Bauteilversagen, (iii) Emissionen bei der Wartung und (iv) Emissionen bei der Verschrottung. In einer anderen Studie (Öko-Recherche 2001) wurden die "irregulären" Leckagen auf etwa 16,3 Gramm pro Jahr geschätzt. Wenn man die regulären und irregulären Emissionen addiert und von einer Lebensdauer eines Fahrzeugs von 14 Jahren ausgeht, beträgt der Treibhausgasausstoß einer mobilen Klimaanlage eines durchschnittlichen Wagens in der EU ca. 1,3 Tonnen CO2-Äquivalente.


Schlagwörter: Mobile Klimaanlagen; Leckagen; Leckraten; Kältemitteverlust aus Pkw-Klimaanlagen; R-134a-Emissionen; HFKW-Emissionen.

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