Mai 1995

Keine Entwarnung für Ozonschicht und Erdklima.
Verbrauchsprognose 1995 für FCKW, H-FCKW und HFKW


Studie für Greenpeace e.V. Hamburg

Autoren: Dr. Winfried Schwarz; Dr. André Leisewitz

Auch 1995 werden in Deutschland noch über 12 000 t von ozonschichtschädigenden voll- und teilhalogenierten FCKW und darüberhinaus über 4 000 t treibhauswirksamer HFKW verbraucht. Die Hauptanwendungsgebiete sind erstens die Kälte- und Klimatechnik, zweitens das Verschäumen von Kunststoffen und drittens Treibmittel für Asthmasprays. Das zusammengefaßte Schädigungspotential gegenüber der Ozonschicht (ODP) entspricht 2 700 t FCKW-11 und der Gesamtbeitrag zum Treibhauseffekt (GWP) 70 Mio. t CO2 .Den Ausstieg aus den FCKW versucht die Großchemie mit einem Einstieg in chlorfreie, aber klimaschädliche HFKW zu koppeln. Gegenüber 1990 ist beim ODP zwar ein durchaus erfreulicher Rückgang auf 8 Prozent und beim GWP auf 29 Prozent zu verzeichnen. Dennoch geben die 1995 neuverbrauchten Mengen keinen Anlaß zur Entwarnung für Ozonschicht und Klima. Während Asthmasprays (und Labors) ausschließlich vollhalogenierte FCKW verbrauchen und Kunststoffschäume ausschließlich teilhalogenierte FCKW und FKW, kommen in der Kälte- und Klimatechnik alle drei Stoffgruppen vor. Die prognostizierten Verbrauchsmengen 1995: Kälte- und Klimatechnik: 8 500 t FCKW, H-FCKW und HFKW. Kunststoffschäume: 6 600 t H-FCKW und HFKW. Asthma-Sprays: 1 000 t FCKW. Laborzwecke: 200 t FCKW (incl. Tetrachlorkohlenstoff). Die weitergehende FCKW-Substitution weist zwei Richtungen auf: Der eine Hauptweg ist der Austausch von FCKW durch die - treibhauswirksamen - Stoffe aus der Gruppe der FKW. Er wird von der früher im FCKW-Geschäft tätigen Großchemie verfolgt, und zwar besonders intensiv auf dem Hauptmarkt Kältemittel, aber auch bei den Asthma-Dosieraerosolen. Der zweite Haupttrend ist klimaneutral. Ihn will die Kunststoffverschäumung bis zur Jahrhundertwende vollziehen (mit Pentan und einfachem Kohlendioxid). Dieser Weg kann aber auch in der Kältetechnik größeren Platz einnehmen, wenn Ersatztechnologien (Ammoniak, Kohlenwasserstoffe, Zeolith-Wasser, Kohlendioxid) stärker zum Zuge kommen. Auch in der Asthmabehandlung liegt mit der Pulverinhalation eine medizinisch gleichwertige Alternative zur Inhalation der Wirkstoffe mit Treibhausgasen vor.


Schlagwörter: FCKW, HFCKW, HFKW, ODP, GWP, Kälte- und Klimatechnik, Kunststoffverschäumung, Asthmasprays, Pulverinhalation, Treibhauseffekt

Volltext-Download (PDF)

Zusammenfassung der Studie anzeigen (HTML)


Hinweis: Zum Betrachten des Volltextes benötigen Sie das Programm Acrobat Reader. Falls der AcrobatReader auf Ihrem Rechner noch nicht installiert ist, können Sie ihn hier herunterladen. Der Acrobat Reader steht für Sie bei Adobe frei zur Verfügung. Nach einer einmaligen Installation ist der Acrobat Reader in Ihren Browser integriert und startet automatisch bei Bedarf.

Zurück zur Auswahl unserer Reports

Acrobat